Die Bewegungen des Orientalischen Tanzes

INHALT

Erklärung
Achsen
Ebenen
Haltung
Basisbewegungen der Hüfte I
Basisbewegungen der Hüfte II
Kombinationen
Variationen
Bewegungen

ERKLÄRUNG

Im Unterricht legt Sehrazat großen Wert darauf, dass die Bewegungen in der Theorie schnell verstanden werden. Dazu hat sie die gängigen Erklärungen vereinfacht, leichter verständlich gemacht und bedient sich im Unterricht verschiedener Hilfsmittel, mit denen jeder zuhause üben kann. Eine weitere Erläuterung findet ihr in der OT Nomenklatur.

Es gibt wandparallele/ vertikale und bodenparallele/ horizontale Achsen und Ebenen.

   

Beschreibung der Körperpartien und Bewegungsrichtungen

Achsen

A1

A2

A3

vertikale Achse durch die Körpermitte horizontale Achse von links nach rechts horizontale Achse von vorne nach hinten

Ebenen

vertikale Ebene durch die Körpermitte, teilt den Körper in vorne und hinten horizontale Ebene vertikale Ebene, durch die Körpermitte, teilt den Körper in links und rechts

HALTUNG

Eine richtige Haltung ist die Basis für das gesundheitliche schonende und richtige Tanzen.
Die Basis des orientalischen Tanzes ist die Isolation einzelnen Körperpartien, bzw. Bewegungen. Eine einzelne ausgeführte Bewegung soll somit nicht auf ein anderes Körperteil überlaufen. Die Bewegungen bleiben in sich zentriert. Ein vollkommene An- und Entspannung lässt keine Bewegung zu. Der Idealfall zum Ausführen der Bewegungen liegt irgendwo dazwischen.

Grundhaltung
  • Füße stehen hüftbreit auseinander
  • Stand im Knie/pliée, dies gibt den nötigen Bewegungsspielraum für verschiedene Hüftbewegungen
  • Becken ist gekippt, das Steißbein zeigt Richtung Boden. Die Anspannung der unteren Bauchmuskulatur hat oft den selben Effekt.
  • Der Rücken ist gerade, so dass die Wirbelsäule gestreckt wird.
  • Schultern hinten ablegen, dies öffnet den Brustkorb, man hat eine geöffnete Haltung. Um diese Haltung zu erreichen einfach einmal mit den Schultern nach hinten kreisen und die Arme hinten liegen lassen. Die Schultern dürfen nicht nach oben gezogen werden.
Grundstellung
  • In der Grundhaltung stehen.
  • Der linke Fuß (Standbein) zeigt leicht in die Diagonale (wir drehen ihn auf halb11). Den anderen Fuß stellen wir etwas versetzt nach vorne auf den Ballen oder sogar auf die Zehenspitze. Der aufgestellte Fuß zeigt nach vorne. Die Haltung der Füße ist richtig, wenn man von vorne gesehen die Ferse des Standbeines verdeckt. Dies verhindert, dass der Fuß nach außen ausgestellt wird.
  • Knie kann leicht zur Innenseite gedreht werden, so dass der Blick in den Schritt nicht möglich ist.
  • Rechte Hüfte zeigt leicht in die Diagonale. Das Gewicht lagert auf dem Standbein (hinteres Bein).
  • Für Grundstellung auf links, einfach den gleichen Ablauf mit der anderen Seite.

DIE BASISBEWEGUNGEN DER HÜFTE

1. Beckenkippe: Kippen vor rück (horizontal)

2. Hüftwippe: Kippen seitlich und in die Diagonale (vertikal)

3. Becken-/Hüftschieben vor rück (horizontal)

4. Becken-/Hüftschieben seitlich (vertikal )

5. Pendel/Twist vor rück (horizontal)

Bewegung
Basisbewegungen          
1. Beckenkippe x x
2. Hüftwippe   x x
3. Hüftschieben vor rück x x
4. Hüftschieben seitlich            
    oder diagonal
x x
5. Pendel/Twist vor rück x x

Alle anderen Bewegungen setzen sich aus diesen zusammen. Das beherrschen isolierter Basisbewegungen ist daher elementar wichtig für alle weiteren Bewegungsabläufe und Kombinationen mit Armen und Schritten.

DIE kombinierten BASISBEWEGUNGEN DER HÜFTE

Bewegung

Kombi-
nation aus

Kombinationen aus den Basisbewegungen
Gekippter Beckenkreis, Afrokreis 1, 2 o x x
Hüftkreis 3, 4 o x
Hüftacht vor oder rück 4, 5 - x x
Schleife, Maya 2, 4 - x
Kamel, Bodywave 1, 3 x x   (x)
Hüftkick nach außen 2, 4 x

o = um diese Achse
- = kreuzt den Punkt der auf der Achse liegt

Weitere Bewegungen ergeben sich aus Variieren der Schritte, Positions-/ Stellungswechsel.

VARIATIONEN

  • Höhe
  • Tempi, Wiederholungen
  • Überlagerung, z.B. Hüftshimmy mit Hüftkreis
  • Abfolgen mehrer Bewegungen hintereinander
  • Arme
  • Positions-/ Stellungswechsel

Beispiel
Ein Hüftdrop ergibt sich aus Kombination der Hüftwippe mit der Grundstellung, ebenso wie der Hip/Hüftschwung, Hüftkick! Ein Kamelgang ergibt sich aus der Kombination von Kamel und Schritten, ebenso wie viele andere Schritte!

KOMBINATIONEN

Mehrere Bewegungen werden verbunden. Es entsteht eine Bewegungs- oder Schrittfolge, eine Figur oder eine Posé. Dabei werden verschiedene oder gleiche Bewegungszentren einbezogen.

Kombinieren kann man

  • zeitlich hintereinander. Beispiel: erst Bewegung A, dann Bewegung B

  • leichzeitig durch Überlagern, jedoch bleibt jede Bewegung in sich erkennbar (= Layering oder Schichtung). Beispiel: Hüft-Acht mit Shimmy

  • gleichzeitig durch Überlagern, es entsteht eine neue Bewegung. Beispiel: Die Kombinationen aus den Basisbewegungen

  • mehrere Körperteile, z.B. Hüftkreis und Schlangenarme

BEWEGUNGEN der Hüfte und des Oberkörpers

Afro- Kreis
Auch gekippter Beckenkreis. Bewegung des Beckens aus einer Abfolge von seitlichem Wippen und Kippen der Hüfte.
Die Hüfte über dem belasteten Bein nach oben Wippen, dann nach vorne kippen. Gewichtswechsel mit gleichzeitiger Wippe nach oben. Becken nach hinten kippen (keine Hohlkreuzstellung!). In eine fließende Bewegung übergehen. Die Tänzerin kreist mit dem Becken um eine vertikale Achse durch die Körpermitte.

Afro-Shimmy
Sie zunächst BEWEGUNGEN: Kippe
Becken kippen und locker nach unten fallen lassen. Wie ein Pendel das nach vorne und nach hinten ausschlägt und sich um eine zu den Seiten ausgerichtete horizontale Achse  bewegt.

Arabeske
Aus dem Ballett kommende Bewegung.
Das unbelastete Bein führt die Arabeske aus. Bein wird seitlich nach außen gestreckt. Nur die Zehenspitze berührt noch den Boden. Es beschreibt einen Halbkreis von hinten nach vorne. Häufig mit Drehungen oder Richtungswechsel kombiniert. Sie auch SCHRITTE: Arabeskdrehung.

Bauchflattern
Entsteht, indem man die Luftröhre "verschließt" und versucht weiter einzuatmen.

Bauchrolle oder Bauchwelle
Bauch anspannen, erst die oberen dann die unteren Bauchmuskeln entspannen und gleichzeitig die oberen Bauchmuskeln wieder anspannen. Es entsteht eine rollende Bewegung. Benötigt viel Übung.

Beckenkobra
Becken bewegt sich gegengleich zur Beckenwelle. Becken wird gekippt und nach nach vorne geschoben. Hüftmuskulatur locker lassen, Becken fällt leicht nach unten. Jetzt nach hinten schieben. Hinten das Becken wieder kippen und von vorne. Oft in Verbindung mit einer Brustkorbwelle nach vorne. Kippt das Becken hinten hoch, senkt sich die Brust nach "innen". Bauchnabel zieht gegen Brustbein. Beim nach vorne Schieben des Beckens schiebt sich der Brustkorb nach hinten und geht in einer Wellenbewegung wieder nach vorne.

Beckenkreis, gekippter
siehe Afrokreis

Beckenwelle
Hüfte wird nach vorne geschoben und gekippt. Hüfte nach hinten schieben und Kippe entspannen. In eine fließende Bewegung übergehen.
Man kann sich vorstellen man bewegt das Becken um eine horizontale Achse. Dabei rollt man das Becken zuerst drunter nach vorne und drüber wieder zurück.

Bodywave oder Körperwelle
Siehe Beckenkobra.

Brustkorbkobra
Der Brustkorb hebt sich schiebt nach vorne, lässt locker, schiebt nach hinten und beginnt von vorne. Die Bewegung läuft über eine horizontale Achse (A2)durch den Brustkorb und drunter wieder zurück. Gegengleich zur Brustkorbwelle.

Brustkorbkreisen
Verschiedene Kreise: Auf einer vertikalen Ebene oder einer horizontalen Ebene.
Brustkorb wird zur Seite, nach vorne, zur Seite und nach hinten geschoben. In einer fließenden Bewegung ergibt sich ein horizontaler Kreis um eine vertikale Achse (A1) durch die Körpermitte. Brustkorb schiebt zur Seite, wird gehoben, schiebt zur Seite und wird gesenkt. In einer fließenden Bewegung ergibt sich ein vertikaler Kreis um eine horizontale Achse die von vorne nach hinten durch den Brustkorb verläuft (A3).

Brustkorbschieben
Brustkorb schiebt auf einer horizontalen Ebene seitlich oder nach vorne und hinten.

Brustkorbwelle
Der Brustkorb wird nach vorne geschoben und nach oben gehoben. Dann nach hinten schieben und Brustkorb wieder senken. In eine fließende Bewegung übergehen.
Man kann sich vorstellen man bewegt den Brustkorb um eine horizontale Achse (A2). Dabei rollt man den Brustkorb zuerst drunter nach vorne und drüber wieder zurück.

Drop
Hüftdrop mit Verwendung der Wippe und des Pendels.
In der Grundstellung stehend führt die Tänzerin über dem belasteten Bein eine langsame Wippe nach unten/Pendel nach hinten unten aus. Das schnelle Zurückführen in die Ausgangsposition ergibt über dem nicht-belasteten Bein einen Drop, eine augenscheinliche Bewegung der Hüfte nach unten, bzw. eine nach obengerichtete Akzentuierung der Hüfte. Bewegungsenergie kommt aus der Hüfte, nicht aus dem Strecken und Beugen der Beine.

Bis hier hin überarbeitet! Weiteres folgt in Kürze!

Eselchen
Bewegung bei der die Hüfte abwechselnd Hüftkicks (Hips) nach vorne und hinten macht. Beim Eselchen mit rechts: Rechte Hüfte hipt vorne, rechter Arm an rechter Hüfte, linker Arm nach vorne. Rechte Hüfte hipt hinten: Arme werden bei der Bewegung der Hüfte nach hinten vorne geschlossen (wie wenn man sich an einer Wand abstützt).

Handkreise
Kreisförmige, aus dem Handgelenk kommende Bewegung der Hände. Die Hand ist angespannt.

Handwellen
Wellenförmige, aus dem Handgelenk kommende Bewegung der Hände. Spannung!

Hip
siehe Hüftschwung

Hüftacht nach hinten
Ausgangsstellung: Hüfte in die Diagonale rechts nach hinten schieben. Hüfte von hier nach links vorne Schieben, also auf einer gedachten Diagonale durch die Hüfe von rechts hinten nach vorne links. Nun die Hüfte twisten, so dass die linke Hüfte nach hinten links gedreht wird. Nun nach rechts vorne schieben, erneut twisten und von vorne beginnen. In eine fließende Bewegung übergehen. Man beginnt vorne, so dass die Bewegung nach hinten läuft = liegende Rückwärtsacht. Der Gewichtswechsel von einem auf das andere Bein erfolgt in dem Moment wo der Twist in das Schieben übergeht. Die Acht bewegt sich auf der horizontalen Ebene durch das Becken. Füße bleiben auf dem Boden, nicht anheben, sonst geht man in eine Schleife oder Maya über.

Hüftacht nach vorne
Die Hüfte beschreibt eine Hüftacht von hinten nach vorne = liegende Vorwärtsacht. Wieder in die Ausgangsstellung, rechte Hüfte nach hinten. Nun die rechte Hüfte nach vorne führen, dann die linke. Analog wie Hüftacht nach hinten. Die Acht bewegt sich auf der horizontalen Ebene kreisförmig vor und zurück.

Hüftkick
Seitlich akzentuierte Hüftakzente. Becken wird abwechselnd nach rechts und links gekickt. Auch akzentuiertes Hüftschieben.

Hüftkippen, seitlich (Shimmy)
Seitliches Beckenkippen. Das Becken wird abwechselnd rechts und links nach unten gekippt. Also auf einer stehenden Ebene durch die Körpermitte. Daraus entsteht bei schneller Abfolge ein Hüftshimmy. Geschwindigkeit des Shimmy ist immer doppelter oder vierfacher Rhythmus

Hüftkippen, vor rück
siehe Beckenkippen

Hüftkreis, großer = Sonnenkreis
arabisch: Daurat-el-shams. Hüfte bewegt sich im großen Kreis um die eigene Achse. Knie gebeugt und im hinteren Halbkreis gestreckt. Mit durchgedrückten Beinen einfacher! Oberkörper rotiert gegen-gleich, geht als Akzent Richtung Boden oder bleibt möglichst rihig, so dass die Hüfte sich quasi um die verlängerte Achse durch die Körpermitte bewegt. Beim Stock-/ Säbeltanz bleibt Oberkörper ruhig. Achtung: Rücken unbedingt gerade lassen.

Hüftkreis, kleiner = Mondkreis
arabisch: Daurat-el-amar. Hüfte beschreibt einen kleinen Kreis um die eigene Achse. Anfangspunkt der Bewegung ist meist vorne.

Hüftschieben
Die Hüfte wird im Stand oder beim Gehen seitlich nach außen geschoben. Hüfte nicht nach vorne oder hinten drehen! Die Hüfte bleibt parallel nach vorne ausgerichtet und wird nicht gewippt. Das Bein muss bei weiterem nach außen schieben eine Ausgleichsbewegung machen, damit die Hüfte gerade bleibt. Z.B.: Wir schieben die rechte Hüfte nach außen. Um die Hüfte gerade zu halten muss das rechte Bein leicht gebeugt oder das linke Bein gestreckt werden. Ebenso bei einem Wechsel auf die linke Hüfte.

Hüftschwung, Hip
Verwendung der Wippe und des Pendels.
In der Grundstellung stehend führt die Tänzerin über dem belasteten Bein eine schnelle Wippe nach unten/Pendel nach hinten unten aus. Das langsame Zurückführen in die Ausgangsposition ergibt über dem nicht-belasteten Bein einen Kick/Hip, eine augenscheinliche Bewegung der Hüfte nach oben, bzw. eine nach obengerichtete Akzentuierung der Hüfte. Bewegungsenergie kommt aus der Hüfte, nicht aus dem Strecken und Beugen der Beine.

Hüftschieben
Die Hüfte wird im Stand oder beim Gehen seitlich nach außen geschoben. Also auf einer von rechts nach links in der Hüfte liegenden Achse. Hüfte nicht nach vorne oder hinten drehen! Die Hüfte bleibt parallel nach vorne ausgerichtet und wird nicht gewippt. Das Bein muss bei weiterem nach außen schieben eine Ausgleichsbewegung machen (also mehr ins Knie gehen), damit die Hüfte gerade bleibt. Z.B.: Wir schieben die rechte Hüfte nach außen. Um die Hüfte gerade zu halten muss das rechte Bein leicht gebeugt oder das linke Bein gestreckt werden. Ebenso bei einem Wechsel auf die linke Hüfte.

Hüftschleife
Man schiebt die eine Hüfte nach außen, kippt sie nach oben, schiebt sie in die andere Richtung und kippt dort die andere hüfte nach oben. Die Hüfte beschreibt eine Schleife von unten nach oben. Es entsteht eine fließende Bewegung in Form einer stehenden Acht. Die Bewegung bleibt auf einer gedachten stehenden Ebene von rechts nach links durch die Körpermitte .

Hüfttwist
Die Hüfte wird auf einer gedachten horizontalen Ebene durch die Hüfte nach vorne und hinten gedreht. Der Fixpunkt ist dabei die stehende Achse durch die Körpermitte. Die Hüfte nur vor und zurück drehen. Die Bewegung ist im mittelpunkt sehr zentriert.

Hüft-Wippe
Die Hüfte wird abwechselnd nach oben und unten gewippt, wobei die Hüfte eine automatische Gegenbewegung macht. Sie beschreibt dabei das seitliche Viertel eines Kreises. Das Zentrum des Kreises liegt in der Mitte des Beckens. Fixpunkt ist eine liegende Achse von vonre nach hinten durch das becken. Die Knie werden abwechselnd im gleichen Tempo bewegt, damit die Wippe zentriert bleibt. Führt man diese Bewegung schneller aus wird daraus ein gewippter Shimmy.

Kamel
Kombinierte Bewegung aus einer Beckenwelle und einer Brustkorbwelle. Durch überlagern entsteht eine neue Bewegung.
In dem Moment wo das Becken nach vorne schiebt, schiebt der Oberkörper rück. Bewegungen laufen in die gleiche Richtung, aber zeitversetzt.

Kippe
Elementare Bewegung des OT.
Aufrichten des Beckens. Steißbein zieht hinten nach unten. Bauchnabel nach innen.Wird bei Akzenten wegen des Aufforderungscharakters fast ausschließlich seitlich zum Publikum getanzt.  Bauchspannung. Aufeinanderfolgen von An- und Entspannen ergibt einen Afroshimmy.

Kleopatra-Brücke
Figur des Bodentanzes, bei der sich die Tänzerin nach hinten auf den Boden legt. Erfodert eine hoghe Dehnung der Bein und rückenmuskulatur. Nichts für ungeübte Tänzerinnen.

Kopfgleiten
Hierbei gleitet der Kopf von der einen Seite zur anderen, Schultern bleiben ruhig. Wie wenn man das Ohr zum lauschen seitlich an eine Wand schiebt. Oft in Verbindung mit indischer Armhaltung.

Maya
Man schiebt die Hüfte nach außen und lässt sie nach unten kippen, schiebt sie in die andere Richtung und kippt dort nach unten. Die Maya bewegt sich auf einer gedachten stehenden Ebene durch die Körpermitte, die den Körper in vorne und hinten teilt. Ähnlich wie die Hüftschleife, nur bewegt sich die Maya von oben nach unten.

Oberkörperkreis
Der gesamte Oberkörper beschreibt einen Kreis, meist in Grundhaltung getanzt. Fixpunkt ist dabei die Mitte der Taille. Der Oberkörper scheint um diesen Punkt zu rotieren. Rücken immer gerade halten.

Pendel
Die orientalische Twistbewegung: Die Hüfte pendelt von einer Diagonalstellung in die andere. Auf horizontaler Ebene, also nur nach hinten und nach vorne. Fixpunkt ist dabei eine gedachte stehende Achse durch die Körpermitte.

Schieben
siehe Hüftschieben

Shimmy
Zitterbewegungen verschiedener Körperteile. Nicht bewegter Körperteil unter Spannung, zitternder ist locker. Zum Beispiel Schultershimmy, Handshimmy, Brustshimmy. Beim Hüftshimmy schnelles Kicken der Hüfte. Kleine schnelle Bewegung.

  • Wipp- Shimmy
    Wir unterscheiden zwei Arten des Wipp- Shimmy.
    I. Der Shimmy kommt aus schnellen Hü-Wippen, also aus einer Bewegung der Knie. Die Intention des Shimmies ist vor allem vorne in der Hüfte zu sehen.
    II. Der Shimmy kommt aus schnellem Anspannen und Lockern der seitlichen (Bauch-) Muskulatur, kann also ohne Hilfe der Knie z.B. beim Bodentanz, ausgeführt werden. Die Intention des Shimmies ist vor allem hinten in der Hüfte zu sehen.


Sultansbrücke
Bewegung beim Bauchtanz, wenn man sich im Kniestand rückwärts zu Boden gleiten lässt. Sie geht bis in die akrobatischen Tänze im Pharaonenreich zurück.

Wippe, seitlicher Hüftkick
Die Hüfte wird akzentuiert seitlich raus geschoben, das Gewicht befindet sich auf der geschobenen Seite. Beide Beine bleiben im Knie.

Wahdewehnous (WWS)
1½ Hüftdrops, bei dem ½ Drop fällt die Hüfte nach unten und das Bein wird nach vorne weggekickt. Schwung des Kicks kommt aus der Abwärtsbewegung der Hüfte: Drop - Kick

SCHRITTE

Arabeskdrehung
Seitliche Drehung (auf einer Linie zur Seite) bestehend aus 3 Schritten und einer Pause. 1. Schritt mit rechtem Bein nach rechts, 2. 1/2 Drehung nach nach rechts und Schritt mit linken Bein zur Seite (man steht nun mit dem Rücken nach vorne) 3. 1/2 Drehung nach vorne mit rechtem Bein nach rechts. Gewicht bleibt auf rechtem Bein. Das linke Bein wird nur leicht nachgezogen wird. Kein Gewichtswechsel!!! Nächster Schritt geht dann mit links weiter. Ähnlich wie Spindrehung, nur eben mit Pause und Arabeske. Der vierte Schritt wird durch die Arabeske ersetzt. Z.B. in Kombination mit dem Grundschritt, der dann links beginnen würde.

Arabischer Grundschritt und Grundschrittwechsel
In der Grundhaltung stehend mit rechts Schritt vor, links Schritt am Platz, rechts Schritt nach hinten, mit links wieder am Platz. Achtung: VIER Schritte, nicht schleifen oder linkes Bein stehen lassen. Analog mit Links. Kleine Schritte machen, den Fuß nur leicht anheben.
1. Möglichkeit: Beim Grundschrittwechsel tanzt man einem halben Grundschritt: Rechts vor, Links am Platz, Rechts neben das passive Bein, auf vier Pause. Mit Links weiter.
2. Möglichkeit des Wechsels: Rechts vor, links am Platz, Rechts zur Seite, Gewicht auf rechts lassen, Pause und dann mit Links weiter. Sieht fließender aus.

Grundschritt
Siehe arabischer Grundschritt

Haggala-Schritt
Schritt aus der Folklore stammend, bei dem im vorwärts gehen die Hüftehalbkreisförmig von hinten unten über oben nach vorne unten gesenkt wird. Also quasi über eine gedachte Achse - von rechts nach links durch das Becken - von hinten nach vorne. Die Hüfte knickt nach unten ein. Schwerer, erdiger Gang. Kann man mit Hüftshimmy ergänzen.

Hüftschwungschritt
Mit dem rechten Fuß einen Schritt nach vorne, linker Fuß aufstellen und Hüftschwung. Schritte immer nach vorne gerichtet. Beim nach hinten gehen Fuß deutlich in die Grundstellung stellen, nicht nur nach oben ziehen

Hüftschieben
Bewegung wie beim Hüftschieben. Bei jedem Schritt wird die Hüfte auf dem belasteten Bein nach außen geschoben, z.B. beim Grundschritt.

Hü- Wippe
Bewegung wie bei der HÜ- Wippe. Bei jedem Schritt vor oder rück wird die Hüfte auf dem belasteten Bein nach oben oder unten gewippt. Dies ergibt nach oben einen Suher-Zaki-Schritt, nach unten "halben Hagalla".

Kamel, Kamelgang
Kombination von Brustkorbwelle und Hüft-/Beckenwelle. Wirbelsäulenbewegung läuft von oben nach unten. Becken wird aus der Grundhaltung heraus nach vorne geschoben, dann nach vorne gekippt, nach hinten gezogen mit einem geraden Rücken und dann wieder locker gelassen. Von neuem beginnen. Der Brustkorb wird dabei gegengleich bewegt.Insich bewegt sich der Brustkorb genau wie die Hüfte in einer Welle unten nach vorne und oben zurück. Brustkorb nach vorne schieben, nach oben kippen, zurück ziehen und locker lassen. Kombiniert man Beckenwelle und Brustkorbwelle zu einem Kamel schiebt der Brustkorb in dem Moment nach vorne, in dem das Becken zurück gezogen wird. Kann aber auch nur gegengleich funktionieren, weil es sonst eine Art Ganzkörperwelle ergeben würde. Man kann sich als Hilfe zwei Zahnräder denken, die ineinenader laufen.

Kreuzschritt, Sirtaki-Schritt
Seitlich getanzt kreuzen die Beine beim gehen einmal hinten, einmal vorne. Bei Sirtaki-Schritt nach rechts beginnen mit kreuzen von linkem Bein vorne über dem rechten Bein. Rechtes Bein zur Seite stellen, dann mit linkem Bein hinten kreuzen und rechtes Bein wieder zur Seite stellen. Dann von vorne beginnen.

Pas-de-borré
Aus dem Ballett kommende Bewegung. Pdb nach links: Aus der Grundhaltung heraus mit rechts vor dem linken Bein kreuzen, linkes Bein zur Seite stellen, rechtes Bein nach hinten und mit linkem in die Grundstellung gehen. Dann mit links nach rechts kreuzen, rechtes Bein zur Seite, linkes nach hinten und mit rechts in die Grundstellung. In der Grundstellung fügt man meist eine Bewegung, z.B. WWS, oder Brustkreise an.

Spanischer Schritt
Aus dem Flamenco: Man kreuzt, z.B., mit dem rechten Bein, vorne über das linke; das linke Bein wird ausgestreckt, seitlich auf die Zehenspitze aufgestellt (=Kreuz- Tep). Selbes Prinzip beim rückwärts laufen, dann hinten kreuzen.

Spin- Drehung
Drehung seitwärts auf vier Schritte. Dreht man nach rechts, geht man mit drei Schritten, rechts beginnt, der vierte Schritt schließt die Bewegung. Links analog. Siehe auch Arabeskdrehung.

Suher Saki-Schritt

Schritt, der nach der berühmten Tänzerin benannt ist. Die Tänzerin bewegt sich auf dem Ballen seitlich und lässt dabei bei jedem Schritt das Becken seitlich runter kippen. Die Bewegung verlauft auf einer gedachten stehenden Ebene durch die Körpermitte die den Körper in vorne und hinten teilt, also nur seitlich. Wird oft auch mit Shimmy getanzt.

Wüstenschritt
Seitwärtsgehender Schritt, z.B. nach rechts. Die linke Hüfte wird während des Schritts nach rechts hoch gedrückt, linkes Bein ist völlig durchgestreckt. Anschließend lässt man die Hüfte nach unten fallen und das Bein wird gleichzeitig nachgestellt. Oft mit Pharaoarmen getanzt.

ARME

Arme, ägyptische
Handflächen werden vor dem Körper abwechselnd nach oben und unten geführt. Fingerspitzen zeigen beim nach oben führen nach unten, beim nach unten führen nach oben. Wie wenn man mit Hilfe eines Pinsels eine Wand streicht. Manchmal auch Spaghettiarme genannt.

Arme, Begrüßungsarme
Arme werden vor der Brust gehalten. Handflächen zeigen nach oben und werden nach vorne geführt. Sie beschreiben einen Kreis nach außen wieder zur Körpermitte hin. Achtung: Arme weit nach vorne öffnen.

Arme, klassische Armhaltung
Ein Arm wird seitlich neben der aktiven Hüfte gehalten. Der andere Arm wird nach oben gestreckt. Fingerspitzen zeigen nach oben. Spannung! Achtung: Beide Arme sind von vorne sichtbar. Nicht durch den Körper verdecken. Handflächen zeigen zum Körper. Schulter ist unten. Arme nicht hängen lassen, aber auch nicht ganz durchstrecken. Leicht gebeugt halten. Zum Beispiel in der Grundstellung.

Arme, Pharaoarme
Arme werden in Laufrichtung (meist beim Wüstenschritt) in jedem Gelenk im 90˚ Winkel nach oben gehalten, der andere Arm über der aktiven Hüfte im 90˚ Winkel oder klassisch unten. Im Prinzip wie eine "Armtreppe".

Arme, Rahmen
Arme werden seitlich neben der Hüfte gehalten und umrahmen sie. Spannung! Handflächen zeigen nach innen.

Arme, Schlangenarme
Arme werden seitlich in Schulterhöhe gehalten und beschreiben eine Wellenbewegung. Wichtig: Der Schulter folgt der Ellenbogen, dem Ellenbogen das Handgelenk. Fingerspitzen zeigen nach unten, wenn der Arm sich nach oben bewegt. Achtung: Arme bewegen sich um eine imaginäre Achse in Schulterhöhe gleich viel nach oben und unten. Es hilft sich vorzustellen, man streicht einen Flur gleichzeitig auf jeder Seite. Oft ist die Gefahr, dass der Ellenbogen einknickt. Kleiner Tipp. Einfach mal an eine Wand stellen und mit den Fingerspitzen immer an der Wand bleiben. So bleiben die Schlangenarme groß und weit nach außen geöffnet.

Arme, türkische, indische
Arme nach oben strecken und über dem Kopf die Handflächen sich fast oder ganz berühren lassen. Arme befinden sich also über dem Kopf und rahmen ihn wie ein Bild ein. Handflächen zeigen zueinander. Oft in Verbindung mit Kopfgleiten.

---

Einzelne Bewegungen können durch Variieren der Ebene, Geschwindigkeit, Intensität und Richtung einfach verändert werden.
Arme haben bei einzelnen Bewegungen verschiedene Aufgaben. Sie stabilisieren z.B. bei Drehungen und helfen das Gleichgewicht zu halten, betonen die Hüfte, wenn sie diese umrahmen oder unterstützen durch bestimmte Haltungen die Wirkung und Ausdruckskraft verschiedener Bewegungen.

Dies sind gängigsten Namen der Bewegungen, wie ich sie in meiner tänzerischen Laufbahn von verschiedenen anderen Tänzerinnen gehört und gelernt habe. Viele Tänzerinnen haben jedoch andere oder unterschiedliche Bezeichnungen für einzelne Bewegungen und Bewegungsabläufe. Bei anderen Bezeichnungen, Missverständnissen und Unklarheiten schickt mir bitte eine Mail. Ich nehme gerne Änderungen und Verbesserungen vor.


Diese Beschreibungen unterliegt dem Copyright und dürfen nur mit Verweis auf die Verfasserin Jennifer Sonnendecker/ Sehrazat ausgegeben werden. Druck und Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung.